Ratgeber

Korrektorat oder Lektorat: Der Unterschied einfach erklärt

Kurz gesagt: Das Korrektorat prüft Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung. Das Lektorat prüft Stil, Aufbau, Logik, Figuren und Handlung – also ob der Text als Ganzes trägt.

Beide Begriffe werden oft vermischt, dabei stehen sie für zwei verschiedene Arbeitsschritte. Wer ein Manuskript überarbeitet, spart Zeit und Geld, wenn er weiß, welcher Schritt wann dran ist.

Was wird geprüft?

KorrektoratLektorat
EbeneSprache und FormInhalt, Stil und Wirkung
Geprüft wirdRechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung, Typografie, einheitliche SchreibweisenSatzbau und Rhythmus, Wiederholungen, Verständlichkeit, Dialoge, Figuren, Zeitablauf, Logik, Spannungsbogen
ErgebnisEin fehlerfreier TextEin stimmiger, gut lesbarer Text
EingriffKlein und eindeutig: falsch oder richtigVorschläge und Fragen – vieles ist Abwägung
WannAm Ende, auf der fertigen FassungVorher, solange noch umgeschrieben wird

Das Korrektorat: die letzte Feile

Im Korrektorat geht es um Regeln. Ein Komma fehlt oder nicht, ein Wort ist richtig geschrieben oder nicht. Dazu gehört auch Einheitlichkeit: Heißt die Figur auf Seite 12 „Annemarie“ und auf Seite 230 „Anne-Marie“, ist das ein Fall fürs Korrektorat. Weil es um eindeutige Fehler geht, kommt das Korrektorat zum Schluss – sonst müsste es nach jeder inhaltlichen Änderung wiederholt werden.

Das Lektorat: trägt der Text?

Das Lektorat schaut auf das Ganze. Ist der Anfang zu langsam? Weiß eine Figur etwas, das sie noch gar nicht wissen kann? Wiederholt sich ein Bild drei Absätze hintereinander? Wird ein Handlungsstrang eingeführt und nie aufgelöst? Viele dieser Fragen haben keine richtige oder falsche Antwort – deshalb liefert ein gutes Lektorat Begründungen und Fragen, keine fertigen Urteile.

Wann lohnt sich was?

Eine Faustregel: Je mehr Sie noch ändern wollen, desto eher brauchen Sie ein Lektorat. Je näher die Veröffentlichung rückt, desto wichtiger wird das Korrektorat.

Die richtige Reihenfolge

  1. Rohfassung schreiben – noch ohne Rücksicht auf Fehler.
  2. Lektorat: Aufbau, Figuren, Handlung, Stil. Hier wird am meisten umgeschrieben.
  3. Überarbeiten, bis die Fassung inhaltlich steht.
  4. Korrektorat auf genau dieser Fassung.
  5. Satz und Veröffentlichung.

So finden Sie beides in Buchlektorat & Korrektorat

Die App trennt die beiden Schritte genauso. Für das Korrektorat wählen Sie im Prüflauf den Durchgang Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung; jeder Befund kommt mit wörtlicher Belegstelle und Vorschlag, eindeutige Korrekturen lassen sich auf einmal übernehmen. Für das Lektorat gibt es die Durchgänge Stil und Dialoge, das Register mit Figuren und Zeitlinie, die Kontinuitätsprüfung gegen frühere Kapitel und die Handlungsanalyse. Bei allem gilt: Die App schlägt vor, Sie entscheiden.

Häufige Fragen

Brauche ich beides – Lektorat und Korrektorat?

Für ein Buch, das veröffentlicht werden soll, meist ja. Das Lektorat macht den Text inhaltlich und stilistisch rund, das Korrektorat beseitigt danach die verbliebenen sprachlichen Fehler. Bei kurzen Sachtexten genügt oft ein Korrektorat.

Was kommt zuerst?

Zuerst das Lektorat, dann das Korrektorat. Wer zuerst korrigiert und danach umschreibt, baut neue Fehler ein und muss erneut korrigieren.

Ist ein Korrektorat dasselbe wie eine Rechtschreibprüfung?

Nicht ganz. Eine automatische Rechtschreibprüfung findet falsch geschriebene Wörter. Ein Korrektorat prüft zusätzlich Grammatik, Zeichensetzung, Typografie und Einheitlichkeit – etwa, ob ein Name überall gleich geschrieben ist.

Kann eine KI ein Lektorat ersetzen?

Nein. Eine KI kann Stilmuster, Wiederholungen und Unstimmigkeiten zuverlässig aufspüren und Fragen stellen. Ob eine Szene wirkt und was Ihr Text sagen will, entscheiden Sie – oder ein menschliches Lektorat.